„Tanklust-Auto” rollt durch Region

Freie Presse - 11. Oktober 2005

Umweltfreundliche Fahrgemeinschaft ins Leben gerufen

Die erste Freiberger Fahrgemeinschaft mit Pflanzenölautos, modern Car Sharing genannt, ist jetzt als Pilotprojekt von Agenda-verein und der Initiative „Tanklust“ gestartet worden. Umweltfreundlich und trotzdem auf vier Rädern mobil sein – das ist nun auch für jene Leute möglich, die überhaupt kein Auto besitzen oder denen die Kosten des eigenen Fahrzeugs zu hoch geworden sind.

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Auf viele Mitfahrer hofft Sascha Wagner, einer der Initiatoren des „Tanklust-Autos”. Das Fahrzeug, das mit Pflanzenöl angetrieben wird, steht zum Ausleihen für Firmen und Privatleute bereit.

Foto: Detlev Müller

Inzwischen ist das erste Mietfahrzeug, das mit naturbelassenem Rapsöl betrieben wird und durch seine farbenfrohe Lackierung ins Auge fällt, auf den Straßen der Region unterwegs. „Die Aktion läuft als Pilotprojekt für ein Jahr mit einer begrenzten Anzahl von Teilnehmern, denn es soll langsam wachsen“, erläutert Sascha Wagner vom gleichnamigen Langenauer Autoservice, der sich für die Umrüstung auf pflanzenölbetriebene Fahrzeuge stark macht. Wenn mehr Teilnehmer dazu kommen, würden weitere Fahrzeuge umgerüstet.
Derzeit nutzen Studenten und Privatleute das Auto.

“Wir wollen noch ein zweites Fahrzeug anbieten, dass sich für Gewerbetreibende eignet”, so Wagner. Händler der Freiberger Innenstadt hätten bereits Interesse signalisiert. „Viele Leute fahren ihr eigenes Auto wenig, manchmal nur einmal in der Woche. Wenn sie ein Fahrzeug gemeinsam nutzen, sparen sie Kosten und sind zudem umweltfreundlich unterwegs“, so der Mitinitiator.

Zudem bleiben die Wertkreisläufe in der Region, denn der Treibstoff kommt aus einer Nossener Ölmühle. Die registrierten Teilnehmer der Fahrgemeinschaft meldentelefonisch oder per Internet, wann sie das Auto benötigen, ein Kalender gibt im Internet Auskunft über freie Termine. Länger als drei Tage am Stück wird das Mobil nicht verliehen. „Für Urlaubsreisen ist es nicht gedacht“, betont Sascha Wagner.

Sein Domizil hat der „Tanklust“-Golf im Pi-Haus in der Freiberges Beethovenstraße. Jeder Nutzer bekommt einen Fahrzeugschlüssel, neben einer Kaution und einem Jahresbeitrag fallen Kilometerpauschale und ein Zeittarif an.

Im Internet steht inzwischen ein Buchungssystem für Interessenten zur Verfügung.

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Umstieg auf Pflanzenöl

Freie Presse - 11. Oktober 2005

Wie heute schon umweltverträglich und kostengünstig gefahren werden kann.

Uber die Kraftstoffpreise dürften sich vergangene Woche nicht wenige Autofahrer wieder geärgert haben. Pünktlich zu Ferienbeginn wurden Benzin und Diesel wieder teurer. Längst aber kann der Autofahrer vergleichsweise günstig und dazu noch umweltverträglicher unterwegs sein.

strassenverkehr1.jpg Fahren mit Pflanzenöl? Erste Werkstätten bieten jetzt eine entsprechende Umrüstung von Selbstzündern an. Zu Ihnen gehört auch der Betrieb 1a Autoservice Wagner in Brand-Erbisdorf/Langenau. Junior-Chef Sascha-Wagner fährt selbst einen umgerüsteten Wagen. Besonders Autos mit konventionellen Diesel-Antrieben eignen sich für den Pflanzenöl-Betrieb.

Fotos: Wolfgang Schmidt
strassenverkehr2.jpgNico Giestor, Kfz-Mechaniker, bei der Montage einer neuen Kraftstoffleitung zum Pflanzenöl-Betrieb.

Während Biodiesel wegen seiner Ökobilanz und seiner Eigenschaften durchaus umstritten ist, wird von vielen Umweltexperten Pflanzenöl hoch gelobt.
Anders als bei Biodiesel wird dieser alternativer Kraftstoff in Ölmühlen ohne großen energetischen Aufwand kalt gepresst. Von der Wertschöpfung profitiert der (An-)Bauer sowie der Ölmühlenbetreiber vor Ort, der Gewinn bleibt in der Region. Nachteil: Bislang gab es kaum Werkstätten, die die notwendige Umrüstung vornehmen konnten.

Erfahrungen auf diesem Gebiet kann jedoch der Kfz­Meisterbetrieb Ia Autoservice Wagner in Brand-Erbisdorf/Langenau vorweisen. Juniorchef Sascha Wagner weist auf die weiteren Vorteile von Pflanzenöl hin. So verbrenne Pflanzenöl deutlich sauberer und auch die Geräuschentwicklung sei geringer.
Zwar sei das Angebot an Tankstellen noch gering, weil der Kraftstoff aber völlig umweltvertraglich und harmlos sei, hielten sich viele Nutzer einen eigenen Tank in der Garage oder im Keller.

Bevor allerdings sparsam und umweltschonend gefahren werden könne, müsse das jeweilige Diesel-Fahrzeug umgerüstet werden, da das Pflanzenöl sehr zähflüssig und schwer entflammbar sei. So brauche es beispielsweise eine Vorwärm- und Filteranlage und einige andere motortechnische Veränderungen.

Die Industrie biete bereits entsprechende Bausätze an. In Langenau würde auf den Anbieter Elsbett gesetzt. Laut Sascha Wagner beliefen sich die Umrüstkosten auf 1500 bis 2000 Euro. Auch nach der Umrüstung könne das Fahrzeug ohne Probleme weiter mit herkömmlichen Diesel gefahren werden.

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